Kleines Lexikon der Leistungsangaben – was Bootsantriebe wirklich können.
Die unterschiedlichen Hersteller von Bootsantrieben arbeiten mit unterschiedlichen Leistungsangaben für ihre Produkte – ein Vergleich ist schwierig. Die sinnvollste Leistungsangabe eines Antriebssystems ist in unseren Augen die Vortriebsleistung. Sie gibt die tatsächliche kinematische Leistung für den Antrieb des Bootes an, unter Berücksichtigung aller Verluste inklusive der Propellerverluste. Im kommerziellen Schiffsbau wird die Vortriebsleistung seit fast 100 Jahren genutzt. Trotzdem greift man in der Freizeitschifffahrt auf andere, weniger informative Leistungsangaben zurück.
Um Ihnen möglichst viel Transparenz zu verschaffen, veröffentlichen wir alle relevanten Leistungsangaben, von den Eingangsleistungen über die Vortriebsleistungen bis zum Standschub unserer Motoren.
Leistungsangabe: Wellenleistung (ausgedrückt in PS oder Watt) Wenn Hersteller von Benzin-Außenbordern über Leistung sprechen, ist die Wellenleistung gemessen an der Propellerwelle gemeint. Allerdings berücksichtigt die Wellenleistung keine Propellerverluste. Nach Propellerverlusten können über 60% oder eben auch nur 20% der Wellenleistung zum Antrieb des Boots zur Verfügung stehen. Wäre schon schön, wenn man es etwas genauer wüsste. Leistungsangabe: Eingangsleistung (ausgedrückt in PS oder Watt) Die Eingangsleistung gibt den Energieverbrauch eines Motors an. Sie beschreibt – anders als der Begriff vermuten ließe - nicht, das was der Motor leistet, sondern, was er verbraucht. Sie gibt keine Auskunft darüber, welcher Anteil der verbrauchten Energie als Ineffizienz verloren geht und welcher Anteil tatsächlich zum Antrieb des Bootes zur Verfügung steht. Diese Anteile – die man auch als Wirkungsgrade bezeichnet – unterscheiden sich erheblich und liegen zwischen 18% (Trolling Motoren) und 56% (Torqeedo). Deswegen sagt die Eingangsleistung allein über einen Motor sehr wenig aus.
» Benzin-Außenborder
» Konventionelle Elektro-Außenborder
» Angelmotoren
Der Standschub sagt etwas über die Fähigkeit eines Motors aus, ein Boot aus dem Stillstand in eine sehr, sehr langsame Geschwindigkeit zu bringen. Er gibt gar nichts über dessen Fähigkeit an, ein Boot in einem normalen Tempo anzutreiben – als Leistungsangabe für einen Antrieb deswegen ungeeignet.» Torqeedo Elektro-Außenborder
Wie die Hersteller von Großschiffen nennen wir immer die Vortriebsleistung unserer Außenborder, heißt: die tatsächlich gelieferte Leistung, die das Boot antreibt, unter Berücksichtigung aller Verluste inklusive Propellerverluste. Mit Hilfe der Vortriebsleistung können alle Außenborder miteinander verglichen werden. Schade, dass Sie Angaben zur Vortriebsleistung in Katalogen anderer Hersteller vergeblich suchen werden.



