Bordcomputer.
Seit Gründung haben wir bei Torqeedo den Anspruch, nicht nur elektrische Bootsantriebe, sondern elektrische Bootsantriebssysteme zu bauen. D.h. neben Motoren- , Batterie- und Steuerungstechnologie haben wir uns von Anfang an auch um die intelligente Kommunikation zwischen den einzelnen Komponenten und ihre Bereitstellung in einfachen und aussagefähigen UIs (user interfaces) gekümmert. Ein Paradebeispiel dafür ist unser Bordcomputer am Beispiel Travel. In jedem Travel sind heute 4 verschiedene Microcontroller integriert:
- einer im Pylon für die Kommutierungselektronik,
- einer in der Batterie für das Batteriemanagementsystem,
- ebenfalls in der Batterie ist ein komplettes GPS untergebracht und schließlich
- einer in der Pinne.
Bei einer Kombination aus Cruise mit Power 26-104 sind es sogar 5 Microcontroller. Hier kommt noch die intelligente Schaftkopfplatine im Cruise dazu, die z. B. die Strommessung und Batteriestatusberechnung auch für „dumme“ Bleibatterien mit übernimmt.
Jeder dieser Controller liefert eine Vielzahl an wichtigen Daten über den Zustand des jeweiligen Subsystems, wie z.B. aktuelles Drehmoment, Drehzahl, Batterieladung, Entlade-/bzw. Ladestrom, Position, Temperatur, viele verschiedene Fehlercodes zur Selbstdiagnose etc. Diese Daten werden nun miteinander „verheiratet“, so dass Sie auf einen Blick über den Zustand Ihres Antriebsystems informiert sind. Dazu ist in Pinne bzw. Ferngas ein Display integriert, das in Echtzeit folgende Größen zur Verfügung stellt:
- Batterie Ladestatus
a.Ladung in % der Kapazität oder
b.Batteriespannung in Volt - Verbleibende Reichweite (bei der gegenwärtigen Geschwindigkeit und Leistungsaufnahme in km, miles oder Seemeilen)
- Geschwindigkeit über Grund (in km/h, miles per hour und Knoten)
- Eingangsleistung (in Watt)

Darüber hinaus zeigt das Display an, wenn der Motor oder die Batterie in den Temperaturschutz-Modus geht und stellt im Falle eines Falles Warnhinweise und unterschiedliche Fehlercodes zur Selbstdiagnose zur Verfügung.

Die wichtigste Größe ist wohl die aktuelle Restreichweite. Sie zeigt durchgehend an, ob man mit der vorhandenen Ladung und der gefahrenen Geschwindigkeit unter den gegebenen Umständen (Wind, Strömung etc.) noch das gewünschte Ziel erreicht. Sollte es dafür nicht reichen, kann man die Reichweite ganz einfach erhöhen, indem man etwas mit dem Gas heruntergeht (auf Grund der quadratischen Abhängigkeit des Wasserwiderstandes von der Geschwindigkeit, bedeutet halbe Geschwindigkeit in Verdrängerfahrt 4-fache Reichweite: Also schon kleine Geschwindigkeitsreduktionen führen zu deutlich mehr Reichweite). Die Berechnung der Restreichweite ist aber auch ein gutes Beispiel für die Notwendigkeit eines kompletten Systemansatzes bei der Entwicklung von Bootsantrieben: Erst durch das datentechnische Verknüpfen von aktueller Leistungsaufnahme des Motors P in Watt, der in der Batterie gespeicherten Restenergie E in Wh sowie der Geschwindigkeit über Grund v aus dem GPS in z.B. km/h, lässt sich die Restreichweite RWz.B. in km zu
bestimmen.


